Spanien stellt sich auf das ein, was sein Innenminister 'drei sehr harte Tage' nennt, während die Temperaturen steigen und starke Winde drohen, Waldbrände neu zu entfachen, die seit letzter Woche bereits die Evakuierung von etwa 330.000 Menschen erzwungen haben. Fernando Grande-Marlaska beschrieb die Lage als 'komplex', was auf Regierungsdeutsch so viel heißt wie 'wir haben keine tolle Zeit'. In der Nähe von Bordeaux kämpfen derweil Feuerwehrleute gegen einen Brand bei Lanton, der eine ganze Staffel Löschflugzeuge, eine Reihe Feuerwehrfahrzeuge und einen 67-jährigen Freiwilligen namens Jean-Claude Bonnet auf den Plan gerufen hat, der AFP sagte, er habe so etwas in seinem Leben noch nie gesehen. 'Das Schlimmste ist, die Tiere zu sehen, die am Straßenrand verbrannt sind', sagte er und fügte hinzu, es sei eine ökologische Katastrophe, falls das noch jemand bezweifelt haben sollte.

In Griechenland starben zwei Feuerwehrleute auf Kreta bei der Bekämpfung eines Waldbrandes, wie die Feuerwehr mitteilte. Vizesprecher Yiannis Artopios bestätigte die Todesfälle, und das Staatsfernsehen berichtete, die Männer seien in ihrem Feuerwehrauto bei Rethymno von den Flammen eingeschlossen worden. Auch auf Lesbos und Paros brachen Brände aus, denn offenbar ist diesen Sommer keine griechische Insel sicher.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in den sozialen Medien die Bedeutung der europäischen Solidarität und kündigte an, dass Rumänien, Griechenland und Polen ihre Missionen ausweiten oder sich anschließen. 'Während die Brände in Frankreich und Spanien weiter wüten, kennt die europäische Solidarität keine Grenzen', sagte sie – was nett ist, aber Brände nicht gerade löscht.

In Ungarn schaltet das Kernkraftwerk Paks einen seiner vier Reaktoren wegen rekordniedriger Wasserstände an der Donau ab, denn natürlich bringt eine Hitzewelle auch die Kühlung von Atomkraftwerken durcheinander. Die Anlage hatte am Montag bereits die Leistung eines anderen Blocks um 254 Megawatt reduziert.

Inzwischen wurde gut die Hälfte Englands zur Dürreregion erklärt, nachdem der Juli voraussichtlich der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen war. In Teilen Südenglands fiel nur ein Prozent des erwarteten Niederschlags. Das ist kein Tippfehler: ein Prozent.

Eine Studie von 2024 im Lancet schätzte, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Menschen an den Folgen von Rauch durch Vegetationsbrände sterben. Aber hey, wenigstens werden wir besser darin, sie zu zählen.

Moises Galan Santano, ein Experte für Waldbrände im Katastrophenschutzkoordinierungszentrum der EU, betonte, dass mehr für die Prävention getan werden müsse, was ein offensichtlicher Punkt ist, aber offenbar wiederholt werden muss. Die Europäische Kommission hat ein Strategiepapier, das Maßnahmen wie mehr Beweidung, Wiederherstellung von Feuchtgebieten und öffentliche Aufklärung fördert. Hoffen wir, dass sie es diesmal lesen.