Tupac-Mordprozess, Tag 2: Bandenchefs Chat mit Polizist von 1997 steht im Mittelpunkt
Tag zwei des Tupac-Mordprozesses bringt weiteres uraltes Audio, einen kurzen Autopsie-Auftritt und die Erinnerung, dass Biggies Geist diesen Fall immer noch heimsucht.
LAS VEGAS – Der Mordprozess um Tupac Shakur ging am Dienstag in den zweiten Tag, und wenn du dachtest, die 1990er wären vorbei, denk nochmal nach. Der Gerichtssaal ist erneut in Vintage-Audio getaucht, diesmal mit Duane „Keffe D“ Davis, 63, dem ehemaligen Anführer der South Side Compton Crips, der beschuldigt wird, die Schießerei von 1996 orchestriert zu haben, bei der die Rap-Ikone getötet wurde. Davis, der auf nicht schuldig plädiert hat, sieht sich einer Anklage wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe gegenüber – obwohl die Staatsanwälte schnell betonen, dass er nicht der Schütze war, sondern nur der mutmaßliche Drahtzieher. Denn warum die Drecksarbeit selbst machen, wenn man delegieren kann?
Tag zwei begann mit weiterem Tonbandmaterial aus einem Interview von 1997 zwischen Davis und Fred Miller, einem ehemaligen Polizeidetektiv aus Los Angeles, der Davis im Zusammenhang mit dem Mord an Christopher Wallace, alias Biggie Smalls, alias Notorious B.I.G., verhört hatte. Ja, dieser Prozess ist so meta, dass er den Mord an einem anderen Rapper aufgreift. Die Anwälte spielten eine lange Aufnahme ab, auf der Miller Davis vor Jahrzehnten in die Mangel nimmt, vermutlich in der Hoffnung, dass sie ein Körnchen Weisheit oder, na ja, ein Geständnis enthält.
In einer Wendung, die niemanden überrascht, wurde festgestellt, dass Davis auf einer Party anwesend war, die Wallace vor dessen tödlicher Schießerei besuchte. Aber Davis‘ Anwalt beeilte sich zu betonen, dass sein Mandant nicht im Mordfall Wallace angeklagt war, und der Richter half den Geschworenen freundlicherweise zu wissen, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht glauben, dass Davis involviert war. Also ist das geklärt.
Falls du gerade erst einschaltest, hier eine Zusammenfassung von Tag eins: Das Gericht hörte Thomas Kern, einen ehemaligen Tatortanalytiker der Polizei von Las Vegas, der 1996 an Shakurs Autopsie teilgenommen hatte. Kern bestätigte Beweise aus der Autopsie und entkam ohne Kreuzverhör. Denn wer will das schon nochmal durchleben? Wir sicher nicht.
Der Prozess geht in Las Vegas weiter, wo Gerechtigkeit offenbar mit einer Beilage Nostalgie und einer großzügigen Portion 90er-Hip-Hop-Drama serviert wird. Bleib dran für weitere Updates, denn dieser Fall ist noch lange nicht vorbei – selbst wenn das Jahrzehnt, das ihn hervorbrachte, seit einem Vierteljahrhundert vorbei ist.
The Good Times
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