Man sagt, Not macht erfinderisch, und offenbar sind die explodierenden Preise für Raspberry-Pi-Boards die Mutter der Erkenntnis, dass man keinen 60-Dollar-Computer braucht, um Werbung zu blockieren. Ein ZDNet-Autor, der mit begrenzter Bandbreite und einer plötzlichen Abneigung gegen Overkill zu kämpfen hatte, beschloss, eine Werbeblocker-Lösung mit einem ESP32-S3-Board zu bauen, das weniger kostet als ein ausgefallenes Sandwich.

Das Projekt, das nur wenige Minuten dauerte, verwendet die ESP32_AdBlocker-Software, um einen DNS-Sinkhole zu erstellen. Für Uneingeweihte: Ein DNS-Sinkhole ist wie ein Türsteher für Ihren Internetverkehr – nur dass er statt Ausweisen prüft, ob eine Adresse auf einer Liste bekannter Werbeserver steht, und dem Browser dann sagt, er solle abhauen. Das Board selbst ist ein Wunderwerk moderner Technik: ein Dual-Core-Prozessor mit bis zu 240 MHz, 520 KB RAM und bis zu 16 MB Flash-Speicher. Mit anderen Worten: ein Computer, den man auf der Fingerspitze balancieren kann – genau das hat der Autor getan.

Der Einrichtungsprozess umfasst das Herunterladen der Arduino-IDE, das Konfigurieren für den ESP32, das Anschließen des Boards an den PC (mit dem richtigen USB-Anschluss, denn es gibt zwei – weil man es ja nicht einfach machen kann) und das Hochladen der Software. Dann verbindet man sich mit dem WLAN-Zugangspunkt des Boards, weist ihn auf den Router an und gibt eine Blocklist-URL an. Schließlich konfiguriert man seine Geräte so, dass sie die IP-Adresse des Boards (192.168.4.1) als DNS-Server verwenden. Das Ergebnis: Werbung verschwindet aus den meisten Webseiten, spart Bandbreite und Nerven.

Aber es gibt Einschränkungen. YouTube-Werbung, die von denselben Servern ausgeliefert wird wie die Videos, die man eigentlich sehen möchte, ist gegen diesen Trick immun. Der Ansatz funktioniert auch nicht mit neueren IPv6-Adressen. Für eine temporäre Lösung mit begrenzter Bandbreite funktioniert es jedoch wunderbar. Wenn man eine dauerhafte Lösung möchte, könnte man immer einen Raspberry Pi Zero 2 W mit PiHole nehmen – aber das kostet mindestens 15 Dollar für das Board plus eine microSD-Karte. Verschiedene Pferde für verschiedene Kurse, wie man so schön sagt – nur dass das Pferd in diesem Fall 7 Dollar kostet.