Die Banden in Haiti setzen ihre stolze Tradition fort, Gemeinden zu terrorisieren, was der designierte Menschenrechtsexperte der UN für Haiti, William O'Neill, eloquent als 'mutwillige, absichtliche Zufügung unglaublicher Schmerzen' beschreibt – für Menschen, die, seien wir ehrlich, wahrscheinlich nur versuchten, ein paar Lebensmittel zu besorgen.

Ein neuer Bericht des UN-Politbüros in Haiti, BINUH, zeigt, dass allein in zwei Stadtteilen von Port-au-Prince mindestens 613 Menschen getötet und 375 weitere verletzt wurden – in einem Zeitraum von 4,5 Monaten, der am 31. Juli endete. Denn wer braucht schon ein ganzes Jahr, um solch ein Gemetzel zu erreichen?

Mehr als ein Drittel der Opfer waren Zivilisten, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmerten, darunter 111 Frauen und 77 Kinder. Denn nichts sagt 'Bandenkontrolle' wie die Ermordung der Menschen, die man angeblich kontrolliert.

Der Bericht beleuchtet auch die 'romantische' Seite der Banden: Mehr als 176 Frauen und Mädchen wurden von Bandenmitgliedern vergewaltigt, oft als 'Bestrafung' dafür, dass sie in Gebieten lebten, die von rivalisierenden Banden kontrolliert wurden. Denn in Haiti, wie anderswo, ist der beste Weg, einen Revierkampf zu gewinnen, unschuldige Passanten anzugreifen.

Wenn Sie zu Hause mitzählen: Das sind über 18.000 Menschen, die gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen, denn nichts sagt 'Trautes Heim, Glück allein' wie eine Bandenschießerei auf dem Vorgarten.

Für diejenigen, die Details schätzen, hebt der Bericht einen Vorfall vom 13. Juni hervor, nach einem WM-Spiel zwischen Haiti und Schottland. Eine Menschenmenge von 300 Personen, darunter eine Musikgruppe, wurde von einer Bande angegriffen, von denen einige die Frechheit hatten, Dächer für bessere Aussichtspunkte zu nutzen. Mindestens 61 Menschen wurden getötet und 20 verletzt, darunter sieben Kinder, von denen das jüngste erst sieben Jahre alt war. Wahrlich, die Bandenmitglieder sind Überflieger in der Abteilung 'sinnlose Gewalt'.