OpenAI hat Verbesserungen an ChatGPTs Gedächtnisfähigkeiten angekündigt, und das Unternehmen ist ziemlich stolz. Der Autor hingegen nicht. Tatsächlich ist er sich ziemlich sicher, dass das Ausschalten der Verbesserungen die Sache nur schlimmer machen könnte.

Erinnerungen – Details, die du mit ChatGPT teilst – wurden 2024 als einfache Liste von Fakten eingeführt. Jetzt wurden sie erweitert, um deinen gesamten Chatverlauf, explizite Anweisungen, persönliche Einschränkungen und sogar implizite Vorlieben zu umfassen, die die KI aus deinem vergangenen Verhalten und beiläufigen Bemerkungen ableitet. Denn nichts sagt „hilfreicher Assistent“ wie eine KI, die sich daran erinnert, dass du einmal erwähnt hast, dass du Katzen magst, und nun annimmt, dass du in jeder Antwort Katzenfakten willst.

Die technischen Details stammen aus dem Blogbeitrag von OpenAI. Vor 2024 hatte ChatGPT überhaupt kein Gedächtnis. Jede Chat-Sitzung war eine wunderschöne, isolierte Schneeflocke der Unwissenheit. Dann führte OpenAI 2024 gespeicherte Erinnerungen ein – eine Liste von Fakten, die schnell veralteten. Das eigene Gedächtnis des Autors enthält immer noch drei Einträge von vor Jahren, die nicht mehr relevant sind, was beweist, dass selbst KI dem Fluch nicht entkommen kann, nutzlose Informationen festzuhalten.

2025 führte OpenAI „Träumen“ ein – eine Fähigkeit, bei der das Modell im Hintergrund auf deinen Chatverlauf verweist, ohne dass du es explizit dazu aufforderst. Jetzt, im Jahr 2026, ist Dreaming V3 da. Es scannt nicht nur deinen Chatverlauf; es führt Datensynthese durch und erstellt im Wesentlichen ein Dossier über dich, das nicht immer korrekt ist. Der Autor fragte ChatGPT nach seinen Erfahrungen mit Kasa-Smart-Steckdosen, und die KI behauptete selbstbewusst, er hätte die Überwachung in Home Assistant verlegt. Er hat Home Assistant nie installiert. Der Kasa-Stecker liegt in einer Kiste.

OpenAIs PR-Vertreter sagte ZDNET: „Was Sie sehen, ist eine neue zusammenfassende Gedächtnisübersicht, kein vollständiges Inventar der Fakten, an die sich ChatGPT erinnern mag. Es soll das Gesamtbild leichter überprüfbar und korrigierbar machen.“ Mit anderen Worten: Die KI trifft Annahmen über dich, und du darfst Detektiv spielen, um herauszufinden, was diese Annahmen sind.

Laut OpenAI stieg die Erfolgsquote beim Abrufen von Faktenaufgaben von 41 % im Jahr 2024 auf 82 % im Jahr 2026. Die Fähigkeit, über die Zeit korrekt zu bleiben, stieg von 9 % auf 75 %. Die Einhaltung von Präferenzen stieg von 31 % auf 71 %. Und sie haben die Rechenkosten um das Fünffache gesenkt, was es praktikabel macht, diese Funktion allen anzubieten. Dream V3 ist jetzt für Plus- und Pro-Abonnenten verfügbar und wird in den kommenden Wochen für alle Nutzer ausgerollt.

Um auf den Speicher zuzugreifen, gehe zu Einstellungen, dann Personalisierung. Du kannst den Speicher deaktivieren, aber deine bereits gespeicherten Erinnerungen und der Chatverlauf bleiben erhalten. Gespeicherte Erinnerungen löschen? Der Chat selbst muss gelöscht werden, um Informationen vollständig zu löschen. Und es gibt einen Haken: Das Ausschalten des Speichers deaktiviert nicht die Sicherheitsfunktionen, die in seltenen, risikoreichen Situationen möglicherweise einen begrenzten Kontext verwenden. OpenAI sagt, dies diene der Deeskalation, nicht der Meldung, aber es ist etwa so klar wie Schlamm.

Der Autor findet dies zutiefst problematisch. ChatGPT filtert seine gesamte Weltanschauung durch eine persönliche Linse, die aus Diskussionen und Vorlieben abgeleitet wird – ein Verhalten, das er nicht nur ablehnt, sondern als „verdammt problematisch“ empfindet. ChatGPT weiß nicht wirklich, wer du bist; es leitet Annahmen nur basierend auf dem ab, was du ihm zeigst. Es ist wie Leute, die denken, sie kennen dich von deinen Social-Media-Beiträgen, oder deine großartige Tante Sally, die immer noch denkt, du wärst in der dritten Klasse.

Jetzt kann jede Forschungsfrage als über dich interpretiert und an dein persönliches Dossier angehängt werden, selbst wenn diese Fragen nichts mit deinem Leben zu tun haben. Die neue Oberfläche zeigt aggregierte Annahmen, aber du weißt nie wirklich, was die KI über dich zu wissen glaubt. Wie ein Highschool-Chemielehrer einmal sagte: „Annehmen bedeutet, einen Esel aus dir und mir zu machen.“

Obwohl Dreaming V3 ein technischer Triumph ist, nennt der Autor es eine verantwortungslose Funktion. Es verarbeitet alte Gespräche aus einer Zeit, als die Nutzer glaubten, die KI wisse nur vom aktuellen Gespräch. Es ist fast unmöglich, das auszusortieren, was die KI über dich abruft oder entscheidet. Und V3 kann nicht wirklich mit realen Veränderungen Schritt halten, trotz OpenAIs Behauptungen.